Grab der Generalin

Am Kirchberg 1, 8051 Thal, Steiermark, Austria

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Seinen Namen verdankt der Generalkogel einem besonderen Umstand!

Das Grab der Generalin

Seinen Namen verdankt der Generalkogel einem besonderen Umstand. Seit 1849 befindet sich am Gipfel das Grab einer ehemaligen Herrin des nahe gelegenen Schloss Plankenwarth. Emilie Sarah Engelbronner d’Aubigny de Peché stammte aus einer Hugenottenfamilie, die im 16. Jahrhundert aus dem katholischen Frankreich vertrieben worden war. Sie kam 1772 in Norddeutschland als Tochter eines Pastors zur Welt. Nach wohlbehüteter Kindheit und guter Erziehung wanderte sie Anfang des 19. Jahrhunderts nach Indien aus, wo sie in Kalkutta ein Institut für Mädchenerziehung gründete und sich durch Handelsgeschäfte mit indischen Waren ein gewisses Vermögen verdiente. Darüber hinaus lernte sie in Indien den britischen Colonel John Peché kennen, den sie, zurück in ihrer Heimat, an dessen Sterbebett ehelichte. Neben einem beträchtlichen materiellen Nachlass ging sein Titel auf sie über und sie durfte sich von nun an „Generalin“ nennen.

Aus unbekannter Ursache verschlug es die Generalin in die Steiermark, wo sie Herrschaft und Schloss Plankenwarth erwarb. Hier traf sich fortan die protestantische Elite von Graz, was bei der katholisch-bäuerlichen Bevölkerung ebenso für Aufsehen sorgte wie das Halten exotischer Tiere und einer indischen Sklavin. Am 27. Oktober 1849, drei Tage vor ihrem Tod, ließ die Generalin testamentarisch verfügen, am Brennkogel zwischen Plankenwarth und Thal begraben zu werden, nachdem sie dieses Vorhaben im Jahr zuvor bei der steirischen Landesregierung abgesegnet hatte. Der Legende zufolge ließ sie sich zusammen mit ihren Jagdhunden begraben. In der Hoffnung, wertvolle Güter zu erbeuten, erfolgten illegale Grabungen, von tatsächlichen Funden ist jedoch nichts bekannt. Tod und Begräbnis sind im Totenbuch der Grazer Heilandskirche verzeichnet.[2]

Heute erinnert in dem in Besitz von Schloss Oberthal befindlichen Wald neben einer einfachen Grabplatte ein Holzkreuz an das Grab. Anlässlich des 160. Todestages erfuhr die Gedenkstätte 2009 unter der Leitung von Historiker Walter Brunner eine Neugestaltung, bei der sowohl die Grabplatte als auch eine Informationstafel aufgestellt wurden. Finanzielle Unterstützung kam dabei von Familie Rantzau (Schloss Oberthal), den Gemeinden Thal und Sankt Oswald bei Plankenwarth sowie dem damaligen Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer.

Zugang

Der Berg ist sowohl von Süden als auch von Osten her leicht erreichbar. In unmittelbarer Nähe verläuft mit dem Grazer Umland Weg (Markierung GUW) ein beliebter regionaler Etappenwanderweg. Man sollte jedoch beachten, dass der Weg zum Gipfel bzw. das Grab der Generalin nur im näheren Umkreis beschildert ist (silberne Wegtafeln der Berg- und Naturwacht Thal) und bei einer Wanderung von Gösting nach Plankenwarth (oder umgekehrt) nicht passiert werden muss. Der finale Aufstieg erfolgt über einen recht steilen Wanderweg und erfordert rund 10 Minuten. Folgend sind ein paar Ausgangspunkte mit der jeweiligen Gehzeit aufgelistet.

Plankenwarth: 50 Minuten
Thal-Kötschberg, Gasthof Kreuzwirt (Bus-Haltestelle der Graz Linien): 1½ Stunden
Judendorf-Straßengel (ÖBB-Bahnhof): 2 Stunden
Schlossplatz Gösting (Bus-Haltestelle der Graz Linien) über Ruine Gösting und Steinkogel: 2½ Stunden

Lage auf Karte

Am Kirchberg 1, 8051 Thal, Steiermark, Austria